Ruth Schonthal (1924 - 2006)

Ruth Schonthal wurde im Juni 1924 in Hamburg geboren und begann schon mit fünf Jahren zu komponieren. Klavier- und Theorieunterricht bekam sie am Berliner Konservatorium. Durch die nationalsozialistische Judenverfolgung war die Familie - ihre Eltern stammten aus Wien - 1935 gezwungen, Deutschland zu verlassen. Die Reise ging zuerst nach Stockholm, wo Ruth an der königlichen Musikakademie Klavier und Komposition studierte. 1941 war die politische Situation dann auch in Schweden für die Familie unerträglich. Nach mehreren Aufenthalten landeten sie in Mexico City, wo Ruth bei der Uraufführung ihres Klavierkonzertes Paul Hindemith begegnete. Der nahm sich ihrer an und ab 1946 konnte sie bei ihm an der Yale-University in New Haven weiterstudieren.

Bei ihren Kompositionen ließ sie sich von den Musikströmungen ihrer Zeit nie sonderlich beeinflussen.

Sie ging immer ihren eigenen Weg, der die klassische romantische Herkunft, die deutsche Romantik von Brahms, Chopin und Schumann nie verleugnete. Die vielen außergewöhnlichen Eindrücke, die sie durch ihre Exilaufenthalte und Reisen in die verschiedensten Länder erhalten hat, prägten ihren Kompositionsstil.

Ihr Werkverzeichnis umfaßt mehr als 130 Werke, wie z.B. 3 Opern, viele Orchesterwerke, Ballettmusik, Klavier- und Kammermusik. In den letzten Jahrzehnten haben ihre Kompositionen weltweit Aufmerksamkeit gefunden. Nicht nur in den vielen US-amerikanischen Städten, auch in Berlin, London, Belgrad, Wien, Amsterdam wurden ihre Werke u.a. erfolgreich aufgeführt.

Im Juli 2006 verstarb die Komponistin in Scarsdale ( Westchester ) bei New York.