Louise Farrenc (1804 in Paris - 1875 Paris)

Mit 15 Jahren studierte sie am Konservatorium in Paris bei Antonin Reicha (einem Schüler von Mozart und Michael Haydn) Fuge und Kontrapunkt. Ein anderer Lehrer, Johann Nepomuk Hummel, führte sie 1830 in die moderne Klaviertechnik ein. Das hatte zur Folge, dass sie selber bedeutende Studienwerke für Klavier schrieb,wie z. B. "30 Etüden in den Dur-und Molltonarten". Ihre ersten Kompositionen unterscheiden sich vorerst nicht wesentlich von den üblichen Salonkompositionen der damaligen Zeit.

Erst 1835 fand sie mit ihrer Klavierkomposition "Air russe varie op.17" grosse Beachtung und sogar Robert Schumann war von Louises Werk tief beeindruckt, wie aus seiner Rezension von 1836 zu ersehen ist.(R.Sch., Gesammelte Schriften 1, S 225)
In dieser Zeit entstanden auch 2 Orchesterouvertüren, die immer wieder mit grossem Erfolg aufgeführt wurden, u.a. in Kopenhagen.

Es folgten 3 Symphonien, und damit war ihre kompositorische Karriere auf dem Höhepunkt angelangt. Ihre Orchesterwerke wurden neben solchen von Beethoven, Mozart und Berlioz aufgeführt.

1840 folgten 2 grosse Quintette für Streicher und Klavier, ein Nonett, ein Sextett für Klavier, Streicher u. Bläser, 2 Trios f. Klavier, Violine und Violoncello. Am Pariser Konservatorium erhielt sie eine Professur als Klavierpädagogin, und 1862 wurde sie mit dem sehr begehrten "Prix Chartier" ausgezeichnet.

Aristide Farrenc, mit dem sie seit 1821 verheiratet war, versuchte das symphonische Werk seiner Frau auch in Deutschland bekannt zu machen, leider ohne Erfolg. Dort stiess er bei Konzertveranstaltern und Dirigenten nur auf grosse Ablehnung.

Louise komponierte noch 2 Trios (op. 44 u. 45) für Klarinette (Flöte) Violine u. Klavier.

Nach dem Tod ihrer Tochter ( die auch die beste Interpretin ihrer Klavierstücke war) hat sie jegliche Freude an der kompositorischen Tätigkeit verloren.

Es wäre schön, wenn Louises Kompositionen, so wie es zu Lebzeiten der Künstlerin in Frankreich und Belgien der Fall gewesen ist, auch jetzt wieder bei diversen Konzertveranstaltungen mehr Beachtung fänden.