Elisabeth-Claude Jaquet de La Guerre (1665 - 1729)

Der erste Lehrer der Cembalistin und Komponistin Elisabeth-Claude war ihr Vater, der Pariser Organist Claude Jaquet.
Schon mit 5 Jahren spielte das kleine Mädchen König Ludwig XIV. vor, der so beeindruckt vom Talent des Kindes war, daß er sie zu sich nahm und ihr auch eine aristokratische Erziehung angedeihen ließ. Bald war sie als sogenanntes "Wunderkind" in der Stadt bekannt. Sie trat am Hof auf und spielte in Hauskonzerten bei verschiedenen Adeligen.
1684 verließ sie den königlichen Hof und heiratete den Organisten Marin de La Guerre. Als Cembalistin und Komponistin war sie nun schon eine aktive und anerkannte Künstlerin.

Im Jahr 1687 erschien ein erster Druck ihrer 4 Cembalosuiten "Les Pieces de Claveßin", die sie König Ludwig XIV. widmete.
Der Sonnenkönig war es auch, der sie weiterhin hochschätzte und sie immer zu Kompositionen anregte.

Nach 1704, als ihr einziger Sohn im Alter von 10 Jahren und ihr Mann im selben Jahr verstarb, setzte sie trotzdem ihre musikalischen Tätigkeiten mit großer Intensität fort. So sind auch die meisten ihrer Kompositionen in den Jahren 1707 - 1715 im Druck erschienen. Nicht nur die ersten geistlichen Kantaten in Frankreich stammen von ihr, sie war auch die erste Frau, deren Oper "Cephale et Procris" (1694) in der "Academie Royale de Musique" aufgeführt wurde.

La Guerre galt als eine der großen künstlerischen Persönlichkeiten der damaligen Zeit, sie starb am 27. Juni 1729 in Paris.