Anna Bon di Venezia (1738/1739/1740-?)

Über das persönliche Leben der Komponistin Anna Bon di Venezia ist wenig bekannt. Der Geburtsort, das Geburtsdatum, wo und wann sie verstorben ist kann nicht genau eruiert werden.

Die Eltern von Anna waren angesehene, international tätige Opernkünstler, die Mutter Rosa, eine erfolgreiche Sopranistin, der Vater Girolamo Bon war Maler, Bühnenarchitekt, Textbuchautor, Komponist und Prinzipal einer Operntruppe, wo neben ihrer Mutter, ihr Großvater und später auch Anna Bon selbst mitwirkte.

Im März 1743 wird Anna (mit 4 Jahren?) im Ospedale della Pieta in Venedig (in einem von 4 Musikkonservatorien), in dem auch weibliche Waisenkinder Musikunterricht bekamen, als zahlender Zögling aufgenommen.

Mit 16 Jahren kam Anna an den Hof des Markgrafenpaares in Bayreuth. Dort trat sie auch erstmalig als Komponistin in Erscheinung. Ihr op.1, die Flöten-Sonaten widmete sie Markgraf Friedrich. In den folgenden drei Jahren sind von ihr Cembalosonaten op.2 und weitere Flötenkompositionen op.3 im Druck erschienen.

Anna Bon war zu ihrer Zeit nicht nur eine anerkannte Komponistin, sie übte auch den Beruf einer Sängerin aus. Gemeinsam mit ihren Eltern trat sie in österreichisch-ungarischen Städten auf und im Jahr 1762 wurde die ganze Familie von Fürst Nikolaus von Esterhazy in Eisenstadt engagiert. Nach 3-jährigem Aufenthalt in Eisenstadt ist Annas weiterer Verbleib unbekannt.

Literatur: Irene Hegen: Anna Bon di Venezia. Eine verschollene Komponistin entdecken. In: Annäherung VII-an sieben Komponistinnen. Hg. von Clara Mayer, Furore Kassel (1995)/1996, ISBN 3-927327-36-0,S. 23-40. (Nach dem in VIVA VOCE, Frau und Musik, Nr.36, in Kassel 1995 erschienenen Aufsatz der Verfasserin)