Anna Amalie, Prinzessin von Preußen (1723-1787)

Sie war die jüngste Schwester von Friedrich d. Großen und lebte Zeit ihres Lebens fast ausschließlich in Berlin im Schloss.

Mit 17 Jahren bekam sie Cembalo- und Klavierunterricht. Später lernte sie noch Geigen- und Orgelspiel.

Amaliens Persönlichkeitsentfaltung wurde zuerst von ihrem Vater, dann auch von ihrem Bruder jahrelang unterdrückt, sodaß sie erst spät (zum Unterschied von ihrem Bruder) geordneten und ernsthaften Musikunterricht bekam.

Erst mit 35 Jahren studierte sie bei Johann Philipp Kirnberger (der ein Bach Schüler war) Komposition und die Kontrapunkttechnik.

In Lexika ist zu lesen, daß sie sich ausschließlich mit älteren Komponisten befaßte und daß dies auch in ihren Kompositionen zu erkennen war. Demgegenüber steht ein Brief von ihr an ihren Lehrer, der bezeugt, daß sie sich doch auch für das Neue, und zwar für die vorklassische Richtung interessierte ( F.Bose, Anna Amalia von Preußen, S.134f.).

Anna Amalie komponierte Kantaten, Choräle, Lieder, Kammermusik und Märsche.

Nicht nur durch die Veranstaltung vieler musikalischer Soireen, auch durch die bedeutende Sammlung von Werken alter Musik (da besonders die Sammlung von Manuskripten und Editionen der Werke J.S.Bachs - "die berühmte Amalienbibliothek"), hatte sie großen Einfluß auf das Berliner Musikleben.

Nach längerer Krankheit, fast erblindet und mit gelähmten Händen starb Anna Amalie im Jahr 1787 in Berlin.